Wohnen + Reiten, Loppenhausen

Verbindende Landschaft  Strukturelle Klarheit
 
Eine die drei Funktionsbereiche Reiterhof / Zuchtbetrieb, Gastronomie / Kinderbereich und Wohnen verbindende Landschaftsachse Nord-Süd prägt unser Konzept.
Von den nördlichen Weideflächen bis zur offenen Landschaft im Süden legt sie sich als leitende Mitte, als roter Faden durch das Gelände.
Von ihr aus erschließen wir im Norden sowohl den Reiterhof, als auch die Zuchtstation, Gastronomie und Kinderbereich bilden das Zentrum und im Süden positionieren wir das Gästehaus in ihr.

Reiterhof

Jeweils als in sich geschlossene Hofanlage legen wir den Reiterhof und den Zuchtbetrieb an die Grundstücksränder Ost und West.
Dem als Vierseithof organisierten Reiterhof stellen wir als östlichen Rücken die beiden Reithallen bei und nutzen so auf einfache Weise die vorhandene Topografie. Die beiden Höhenniveaus verbinden sich in der Fuge zwischen den Hallen. Unter der kleinen Reithalle positionieren wir die Maschinenhalle, die ihren Zugang über den Hof zwischen bestehender Turn- und Reithalle findet.
Wichtig erscheint uns die geschaffene Arbeits- und Aufenthaltqualität des Hofes von der alle profitieren. Hier spürt man bereits jetzt das spätere Leben, mit dem der Hof erfüllt sein wird. Der Laden für den Reitbedarf markiert den Zugang, das Reitstüberl die Mitte.
Dreiseitig um den Hof positionieren wir die Pferdeboxen mit den außenseitig vorgelagerten Paddocks, Heulager und alle weiteren Nebenräume zum Hof.
Der Außenreitplatz mit den beiden Round-pen schließt unmittelbar im Norden an, wo auch die einzelnen Weideflächen organisiert sind, westlich der Landschaftsachse für den Zuchtbetrieb, östlich für den Reiterhof.

Zuchtbetrieb

Die Grundauffassung vom Reiterhof wollen wir auch auf den Zuchtbetrieb übertragen. Stuten und Hengste trennen wir in zwei voneinander getrennten Stallzonen im Norden und Süden des Hofes auf zwei unterschiedlichen Höhenniveaus. Die Reithalle dazwischen gestellt verbindet die beiden Niveaus. Reitstüberl und die weiteren Funktionsräume markieren den Zugang. Die kreuzungsfreie Grundrissorganisation wird auch durch die getrennt mögliche Wegeverbindung für Stuten und Hengste auf die nördlichen Weideflächen bestätigt.

Gastronomie

Mittelpunkt der Gesamtanlage bildet der Gastronomiebereich mit Kinder- und Jugendfreizeitangeboten. Die Binderkonstruktion des ehemaligen Betriebsgebäudes stellen wir frei und schaffen so auf einfache Weise die angestrebte Verbindung Nord-Süd in der Landschaftsachse. Die Gaststätte schiebt sich von Westen vollverglast in die Bestandskonstruktion, Nebenräume grenzen zum Parken ab. Biergarten und Streichelzoo finden ebenfalls hier ihren Platz, der Blick in die offene Landschaft Richtung Süden wird faszinieren.

Wohnen

Vier Baufelder mit Hausgruppen bieten wir auf der Hangkante entlang der Weilerstraße an. Flächenschonend organisiert erschließen wir alle von dieser, auch hier wollen wir einen Hof bilden. Sechs bis acht Einzel- oder Doppelhäuser mit ca. 350 m² großen Grundstücken bilden eine Gruppe. An der Wohnhofstirn zur offenen Landschaft positionieren wir die Offenställe als Bindeglied zu den vorgelagerten Weideflächen, Die Integration und Betreuung der Pferde rückt in den Mittelpunkt. Ganz nebenbei bilden die Gruppen auch definierte Abschnitte für die phasenweise Realisierung.
Das Gästehaus liegt auf der Landschaftsachse zwischen den Familienhäusern. Der Baukörper streckt sich als solitär tief Richtung Süden in die offene Landschaft und markiert die Achse.


Urteil der Jury:

Eine herausragende Qualität des Beitrages liegt in der Zusammenfassung aller Teilbereiche über eine lebendig ausgeformte zentrale Verbindungszone. An dieser Zone reihen sich in schöner Abfolge Gästehaus, Gasthof, Reiterbedarfsladen und die beiden Bauanlagen für Zuchtbetrieb und Reiterhof auf. Dabei wird auf sinnfällige Weise der Reiterhof auf die zentrale Zone geöffnet, der Zuchtbetrieb aber mit seiner U-Form davon abgewandt. Die Beschränkung der Einzelhausbebauung "Wohnen mit Pferd" auf ein kompaktes straßenbegleitendes Band an der Weilerstraße bewertet das Preisgericht als ortsplanerisch vorteilhaft. Die hofartigen Gebäudegruppierungen sind von hohem räumlichen Reiz. Von den Parkierungsanlagen beim Biergarten können Beeinträchigungen ausgehen. Die Organisation des Zuchtbetriebs ist weitgehend untadelig, beim Reiterhof wird die zu große Entfernung von Turnierhalle zu Gasthof ebenso bemängelt, wie der Rampenzugang zu den Hallen, insbesondere zur kleinen Halle, in der therapeutisches Reiten praktiziert wird.
Die technisch-funktionale Qualität findet in der Gestaltung eine gleichwertige Fortsetzung. Sowohl das Baugefüge insgesamt als auch die Baukörper weisen gute Proportionen und ausgewogene Bauformen auf. Alle Teile der Gesamtanlage sind sehr gut in die Geländesituation eingefügt. Wegen der Kompaktheit der Baukörper mit einem deutlich unterdurchschnittlichen Rauminhalt und der vorgeschlagenen einfachen Baukonstruktionen dürften zu besonders günstigen Bauaufwands- und Bauunterhaltswerten führen.


Daten:

Auslober: Thera CIH GmbH, Mindelheim 
Wettbewerbsart: Begrenzt offener, einstufiger Realisierungs-
 wettbewerb mit städtebaulichem Ideenteil im
 vereinfachten Verfahren mit vorgeschaltetem
 Bewerbungs- (Los-)verfahren  
Jahr: 2006 
Team: Peter Fink 
 Claudia Habrik 
 Birgit Kroner 
 Klaus Abele 
Landschaftsarchitekt:Hans-Jürgen Baron, Freier Landschaftsarchitekt
 BDLA, Ulm  
Objektadresse: Am Sportplatzring, Breitenbrunn OT Loppenhausen