Gemeindehaus Andreaskirche, Neu-Ulm

Verortet

Die städtebaulichen Spielräume sind denkbar gering. Wir entdecken den vorhandenen Standort neu, bestehende Gebäude- und Raumkanten greifen wir auf und implantieren das Gemeindehaus präzise in die in Zeitabschnitten gewachsene Umgebung, formulieren ein schlüssiges Gesamtensemble.
Städtebaulich dienend entwickelt das Gebäude selbst eine Eigenständigkeit, die dem Anspruch nach Offenheit und Gastfreundschaft, nach Rückzug und Kontemplation gleichermaßen gerecht wird.
Das zwischen Kirche und Pfarrhaus vorgegebene Raumprofil definiert unseren Foyerbereich, der öffentliche Außenraum setzt sich in das Innere fort und bietet darüberhinaus Blickverbindung zum Freibereich Kindergarten, ein neuer Mittelpunkt.
Jeweils seitlich der öffentlichen Zone - innen wie außen - formulieren wir Orte des Rückzugs. Saal und Gemeinderaum bilden eine Klammer, sämtliche Nebenräume spannen wir dazwischen. So schaffen wir optimale funktionale Zusammenhänge, klare Orientierung. Die beiden Aufenthaltsräume bieten die für eine zeitgleiche, konfliktfreie Nutzung gebotene räumliche Distanz und stehen dennoch in erkennbarem Dialog zueinander.
Beide Räume überhöhen wir, beide Räume belichten wir umlaufend von oben, beide Räume statten wir mit einem schmalen Sichtbezug nach draußen aus, abgestimmt auf die Augenhöhe im Sitzen. Beide Räume werden zu Orten der Stille, zu Orten der inneren Einkehr, beide Räume sind aber auch geöffnet zum Foyer Teil eines zusammenhängenden Gesamtflächenangebotes. Flexibilität par excellence!

Im Außenraum folgen wir diesem Prinzip. Der überragende Kirchturm in der öffentlichen Mitte mit eingeschossigem Hintergrund, die seitlich überwachsenen Lauben, Orte der Ruhe, auch hier die Klammer. Gemeinsam bespielt, ein Festplatz mit angemessener Proportion.
Die Konstruktion und Materialwahl folgt der konzeptionellen Klarheit, der konzeptionellen Einfachheit. Elementierte, energetisch optimierte Bauteile gewährleisten eine kurze Bauzeit und knappe Unterhaltskosten, gewährleisten aber vor allem den sorgsamen Umgang mit den anliegenden Freianlagen, dem anliegenden Baumbestand bei der Realisierung.
Alles in allem ein Haus, das den Erwartungen nach städtebaulicher Einbindung, nach optimaler Funktionalität, nach hoher Wirtschaftlichkeit voll gerecht wird und darüberhinaus ein Haus das Emotionen weckt.


Daten:

Auslober:Evang. Luth. Kirchengemeinde 
 Andreaskirche Neu-Ulm Ludwigsfeld 
Wettbewerbsart:Beschränkter Wettbewerb als Einladungswettbewerb
Jahr: 2008 
Team: Peter Fink 
 Claudia Habrik 
 Niklas Mühlich 
Objektadresse:Meisenweg 12 
 89231 Neu-Ulm