Berufsakademie für Kommunikation, Ulm

Campus gestapelt
Eine Beziehung zwischen Fluss- und Stadtraum zu knüpfen, eine hochwertige Ergänzung der Stadtansicht entlang der Donaufront zu schaffen, die Anbindung an das vorhandene Geh- und Radwegenetz, die Anbindung an die angrenzenden Quartiere und die Hochschule im Stadtraum erlebbar zu machen ist unser Ziel.
Dazu definieren wir ein Gebäudeensemble aus dem bestehenden oberen Donauturm mit seinen flankierenden Mauerzügen, dem Campus HfK und einem Ateliergebäude. Der entstehende Hof ist die konsequente Antwort auf den von Norden kommenden Stadt- und Grünraum, sehr gerne fantasieren wir die räumliche Verbindung über die Gleise hinweg.
Der Hof verbindet sich aber auch mit dem Flussraum, Rampe und Treppe als funktionale Verbindung, die Offenheit nach Süden mit der Einbeziehung des Donauturms als konzeptionelle. Kein abgeschlossener, den Hochschulnutzern vorbehaltener Freibereich darf an dieser Stelle wichtiger städtebaulicher Verknüpfungen entstehen, offene, erlebbare Stadtraumergänzung mit hoher Aufenthaltsqualität ist die einzige für uns denkbare Antwort. Wichtig ist dazu auch die klare Definition von Raumkanten, die Analyse historischer und vorhandener und die daraus resultierende Weiterentwicklung.
So positionieren wir unseren gestapelten Campus nach Süden exakt auf der Linie der ehemaligen Stadtumwallung, führen damit die von Osten kommende Mauer fort und schärfen somit eine klare Raumkante. Der bauliche Versatz definiert den Eingang am Geh- und Radweg, bildet zusammen mit dem Donauturm eine stadträumliche Qualität am Gelenk der Wegeverbindungen Ost-West und Nord-Süd. Und genau an dieser Stelle positionieren wir die Cafeteria, die durch Ihre Lage und Offenheit weit mehr als der bloßen Schulversorgung dient, sie verbindet ganz beiläufig die Hochschule spür- und erlebbar mit ihrer Umgebung, ein Profit für beide Seiten der sich in einer regen Benutzung wiederspiegeln wird, intern und extern, innen wie außen.

Den Nutzerwunsch nach einen Campuskonzept mit eigenständigen Gebäuden und ablesbaren Fachbereichen innerhalb einer Parklandschaft greifen wir gerne auf, interpretieren ihn eigenständig und fügen die Fachbereiche in unterschiedlichen Gruppierungen in eine gestapelte Landschaft, städtebaulich ausgewogenen, markant mit klarerer, aber wandelbarer Hülle. Ein räumlich spannungsreicher Wechsel von Innen- und Außenräumen mit Klimapufferzonen, unterschiedlich proportionierten Zwischenräumen, verbindenden Lufträumen, offenen Wegen, vielfältiger Kommunikations- und Rückzugszonen - eine Kreativlandschaft mit unverwechselbarer Identität - der gestapelte Campus!
Zugang sowohl vom Geh- und Radweg entlang der Donau als auch vom Hof, der Freibereich als öffentlicher Stadtraum, ein Mindestangebot an Kfz-Stellplätzen inklusive! Wahlweise - und oder ergänzend - kann die Parkierung im einfach organisierbaren Hanggeschoss untergebracht werden. Das koppelbare, quadratische Grundmodul mit 60m² bildet ein stabiles bauliches Gerüst für den flexiblen Ausbau und Wandel bei sich ändernden Anforderungen.
Als westlichen Abschluss des Ensembles bieten wir unter Einbeziehung des historischen Mauerzuges ein zweigeschossiges Ateliergebäude für kreative Berufsstarter an – baulich einfach und flexibel belegbar - eine inhaltlich ideale Ergänzung zum Lehrangebot der Hochschule und dem jugendgenutzten Falkenkeller.
Ein Ort mit ganz besonderer Anziehungskraft!


Daten:

Auslober:Projektentwicklungsgesellschaft Ulm mbH 
Wettbewerbsart:Plangutachten
Jahr: 2009 
Team: Peter Fink 
 Claudia Habrik 
 Daniele Ricci 
Objektadresse: Schillerstraße (Gleisdreieck) 
 89077 Ulm