Umbau und Erweiterung Rupert-Ness-Gymnasium, Wangen im Allgäu

Gerüstet für die Zukunft

Neben den festgestellten Raumdefiziten erkennen wir über die über Jahre hinweg gewachsenen Gebrauchsspuren hinaus Defizite im Ankommen, in der inneren Erschließung, in der Raum- und Bereichszuordnung und in der fehlenden Barrierefreiheit.
Nicht die bloße Flächenergänzung an die über mehrere Zeitschichten heterogen gewachsene Bausubstanz und deren oberflächliche Auffrischung kann hier die Lösung sein, nutzen wollen wir die geplante Sanierungs- und Ergänzungsaufgabe zur grundsätzlich konzeptionellen Neuordnung.
Nach Abbruch von Bauteil C verbleiben 5 Einzelbaukörper A, B, D2, E und F. Diese verbinden wir über alle 3 Ebenen hinweg zu einem räumlichen Gesamtkonzept!
Den Gebäudequerschnitt des Fischerbaus - also Haus B - greifen wir auf und entwickeln daraus unseren neuen Baukörper der sich dreigeschossig zwischen die Bauteile A und D2 spannt. Nach Süd-Westen zum neuen, durchgängigen Stadtgrün die Klassenräume, nach Nord-Osten zum Innenhof die alle Bauteile verbindende Halle. Aufstockung oder Neubau überlassen wir beim Fischerbau den baulich machbaren Gegebenheiten.
Unmittelbar am Eingang positionieren wir im zentralen Mittelpunkt das Selbstlernzentrum mit dem Pausenaufenthaltsbereich, verdrängte Nutzungen finden an anderer Stelle ersatzweise Raum. Unmittelbar hier führen wir eine Treppe zum Verwaltungsbereich mit Lehrerzimmer, kurze Wege, attraktive Wege und eine klare, übersichtliche Erschließungsstruktur sind unser Ziel. Die barrierefreie Erschließung aller Unterrichtsräume gelingt auf recht einfache Weise mit einem neuen Aufzug am Gelenk der Gebäude D2 und Neubau.
Wir bündeln sämtliche Fachklassenräume unmittelbar zusammen mit den in Haus F bestehenden im neuen, übergrünten Untergeschoss, einfach, übersichtlich, logisch. Der neue Tiefhof schafft neben optimaler Belichtung zusätzliche Pausenaufenthaltsqualität, teilweise gedeckt.
Optional bieten wir gegenüber den Physikfachklassen das Raumprogramm von Haus E an, eine mögliche Korrektur der 90-iger Jahr Erweiterung zugunsten des geplanten Grünbereichs, ein kann, aber kein muss.
Der zweite bauliche Rettungsweg ist gesichert, das zusammen mit einem Fachbüro entwickelte Rettungs- und Evakuierungskonzept sieht neben den offenen Treppen in der Halle mit entsprechenden Fluchtweglängen ein zusätzliches Treppenhaus am Übergang zu Haus D2 und die jeweiligen Brandschutztüren zu den Gebäudeteilen A und D2 vor. Verbindungstüren innerhalb dem neuen Klassentrakt sind auch hinsichtlich der Evakuierung im Amokfall obligatorisch.
Ein Konzept mit hohem Nachhaltigkeitsanspruch - weit über die bloße energetische Betrachtung hinaus - ein Konzept für die Zukunft, das neue Rupert-Ness-Gymnasium in Wangen.


Daten:

Auslober:Stadt Wangen im Allgäu 
Wettbewerbsart:Nichtoffener Wettbewerb nach RPW 2008 
 mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren 
Jahr: 2010 
Team: Peter Fink 
 Claudia Habrik 
 Daniele Ricci 
Objektadresse: Jahnstraße 25 
 88239 Wangen im Allgäu