Neubau der Staatsanwaltschaft, Ulm

Staatsanwaltschaft und Justizgebäude im Dialog

Städtebaulich akzentuiert und maßstäblich in die Nachbarbebauung eingefügt verschränken wir zwei L-förmige Einzelhäuser zu einem unzertrennlichen Gebäudeensemble. Die Fluchten der angrenzenden Bebauung – sowohl in der Olgastraße als auch in der Karl-Schefold-Straße - greifen wir auf und führen diese konsequent weiter. An der Ecke rücken wir ab, eine Reaktion auf den Mittelrisaliten des gegenüberliegenden historischen Justizgebäudes, durch die Überhöhung des Langhauses noch verstärkt. Wir erzeugen über die Olgastraße hinweg den Dialog der beiden gewichtigen Stadtbausteine - Alt und Neu – Staatsanwaltschaft und Justizgebäude stehen sich unmittelbar gegenüber. Wir verschaffen der Staatsanwaltschaft trotz ihrer Lage in der Karl-Schefold-Straße eine angemessene Präsenz an der Olgastraße.

Von diesem attraktiven Stadtplatz aus organisieren wir auch die Hauseingänge, beide an der Ecke, beide unter tiefen Gebäudeeinschnitten, in geschützten Nischen.

Der Grundriss folgt der konzeptionellen Klarheit. Treppenhaus und Aufzüge in der Ecke des Winkels garantieren kurze Wege und die erforderlichen Fluchtweglängen und erzeugen zwei flexibel teil- und nutzbare Bürozonen mit ähnlicher Größe. Einzel-, Gruppen-, oder Großraumbüros, ganz nach sich wechselnden Erfordernissen. Die Achsrastermasse möglicher Wandpositionen unterstützen die Flexibilität - Pfeiler oder Fenstermitte – eine beliebige Vielfalt an Raumgrößen ist gewährleistet. Konsequent positionieren wir die Service- und Nebenräume ebenfalls an zentraler Stelle, in der Eckzone.

Die Staatsanwaltschaft statten wir mit einer zweigeschossigen Halle aus, in der zusätzlich eine einläufige Treppe die beiden öffentlichsten Grundrissbereiche im östlichen Gebäudeteil verbindet. Die Grundrissaufteilung mit ihren Bereichszuordnungen folgt konsequent dem Organigramm. Eine mögliche, innenräumliche Verbindung der beiden Gebäude Staatsanwaltschaft und Justizbehörden bieten wir in Ebene Drei.

Die angestrebten Büronutzflächen der beiden Bauabschnitte und die bauliche Dichte entsprechen den Vorgaben: GFZ 2,15.

Lochfenster klar geordnet, geschlossene Wandpartien in Eckbereichen, rote Wasserstrichziegel im Langformat als Fassade und Belag des neu gewonnenen Stadtplatzes, drei Baumquartiere, eine Baumreihe mit Ziegelbänken, mehr ist nicht notwendig. Qualität – stadträumlich, funktional und gestalterisch - ganz pur!


Daten:

Auslober: 
Land Baden-Württemberg vertreten durch
Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Ulm 
Wettbewerbsart: Nichtoffener einphasiger Planungswettbewerb nach RPW 2008
mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Jahr:2010
Team:Peter Fink
Claudia Habrik
Klaus Abele
Daniele Ricci
INUTEC GmbH
 Objektadresse:Olgastraße / Karl-Schefold-Straße
89073 Ulm