Haus Silberbaur, Bellenberg


Ein geplanter Anbau an das bestehende Wohnhaus aus den 70er Jahren war Ausgangspunkt der nunmehr erfolgten Veränderung. Die wachsende Lust auf Neues führte zur Alternativüberlegung Neubau verbunden mit einer mehrmonatigen Grundstückssuche, beendet durch die Idee das 1.120 m² große Eigene zu teilen.
 
Ein Architektenwettbewerb führte die Bauherrn zu der nun realisierten Lösung. Ein schmaler Seitenstich in einer schwer auffindbaren Sackgasse führt zum vollkommen versteckt liegenden Grundstücksteil. Das Ankommen, das Sichzeigen war demnach ein wichtiger Gesichtspunkt des Entwurfs. Eine Stahlbetonmauer mit einladender Geste am Zugang ist der einzige Hinweis auf die Neubebauung. Entlang dieser kommt der Besucher zum Hauseingang, der durch die Doppelgarage und den Grundrisseinschnitt im Erdgeschoss wind- und wettergeschützt positioniert ist, die anthrazitfarbene Alufassadenverkleidung integriert Haustür und Garagentor flächenbündig.
 
Das Besonnungsdefizit des Altbaus führt zu einer vollkommen südorientierten Grundstücksstruktur, alle Aufenthaltsräume sind zum besonnten Hof gerichtet, im Erdgeschoss ein großer, raumhoch verglast, im Obergeschoss vier mit Brüstung.
 
Bad, WC, Ankleide im Norden, die Treppe dazwischen, Licht und Ausguck sind uns auch im Flur sehr wichtig, so dass die beiden Enden vollverglast die Raumgrenzen verwischen. Der steinerne Hof  in der Fläche und als Begrenzungswand entlang dem Grundstücksverlauf  folgt in seinem Ausdruck reduziert den Überlegungen des Gebäudes.


Veröffentlicht:

-Der Bauherr 6/2007 
 Compact Verlag GmbH, München 


Daten:

Bauherr: Ingeborg und Manfred Silberbaur 
Wohnfläche: 145 m² 
Nutzfläche: 65 m² 
Umbauter Raum: 1.019 m³
Grundstück: 646 m² 
Tragwerk: IB Mahler, Weißenhorn 
HLS: IB Bohnacker, Schelklingen 
Freianlagen: Mühlich, Fink & Partner, Ulm 
Fertigstellung: 2004 
Fotos: Martin Duckek, Ulm 
Team: Peter Fink 
 Günter Perl 
 Birgit Kroner 
Objektadresse: Fährweg 5 a
 89287 Bellenberg