Villa in Süddeutschland


Der Begriff "Villa" war bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts positiv besetzt, war Ausdruck repräsentativer Wohnkultur und elitärer Lebensart mit vielerorts seit Generationen herausragenden architektonischen Lösungen.

Anfang des 21. Jahrhunderts sucht nun der Enkel der damaligen Bauherrschaft eine Antwort auf der Suche nach großzügiger Privatheit und der Sehnsucht nach einer ebenso individuellen Architektur. Die durch einen Architektenwettbewerb gefundene Lösung stellt dem bestehenden Gebäude auf dem parkähnlichen Grundstück eine große Pergolenkonstruktion bei, die alle außerhalb dem Bestandsgrundriss realisierten Nutzungswünsche ordnet. Die auf das Niveau der Erdgeschossräume angehobene Terrasse wird Teil dieser Stellage, der notwendige Sonnenschutz ist als Horizontalmarkise in diese integriert. Den Höhensprung nutzen wir zur Unterbauung mit Garagen und Nebenräumen.
Die Schwimmhalle mit Becken stellen wir raumhoch verglast in die Pergola ein, so dass drei der 6,6 m x 6,6 m x 4,0 m großen Einzelfelder zum Innenraum werden. Auf der Garten abgewandten Nordseite dockt hier ein niedriger Nebenbaukörper an, der neben weiteren Garagenplätzen Pool, Sauna, Duschen, Bar, WC und Umkleide beinhaltet. Die sandgestrahlte Stahlbetonkonstruktion baut einen Materialbezug zum reichhaltig mit Betonwerkstein ausgestatteten Bestandsgebäude auf, nutzt jedoch diesen Bezug zum eigenständigen Auftritt.

Der Um- und Ausbau der Bestandsvilla geschieht mit hoher Achtung vorhandener Material- und Detailqualitäten, wo möglich werden diese Qualitäten handwerklich aufgearbeitet und bewahrt, an Stellen der raumkonzeptionellen Änderung ins 21. Jahrhundert weiterentwickelt.