Neubau Haus der Kirche, Augsburg

Das neue Haus der Kirche entwickeln wir als kompakten Kopf der im Norden angrenzenden, historischen Bebauung. Das Gebäude greift die bestehende Baumassenverteilung der Parzellen auf, konzentriert die Bebauung auf den westlichen Grundstücksteil, hin zum Ulrichsplatz  und definiert Freiraum im Osten, ganz nach gewachsenem Vorbild. Freiraum der gleichzeitig den notwendigen Respekt – unabhängig der baurechtlich möglichen Abstandsfläche - gegenüber den denkmalgeschützten, westbelichteten Wohngebäuden entlang dem Afragässchen garantiert.

Die Grundrissschichtung folgt der städtebaulichen Klarheit. Gemeindehaus St. Ulrich mit allgemeinem Empfang in der Basis, Kirchengemeindeamt mit fünf Dienststellen in 2 Obergeschossen darüber, dann die Büroebene Regionalbischof, die beiden Pfarrwohnungen und zuletzt die Bischofswohnung. Im Untergeschoss zwei Tiefgaragenebenen mit allen ergänzenden Nebenräumen, erschlossen über zwei getrennte Zufahrten an der Ecke Milchberg/Afragässchen.

Im Rücken zum Nachbargebäude positionieren wir über die gesamte Hauslänge ein in zwei Bereiche zoniertes Treppenhaus mit einem gemeinsamen Aufzug. Damit gelingt die jeweils vollkommen autarke Erschließung der Büro- und Wohnungsnutzungen mit getrennten Eingängen vom Ulrichsplatz und Afragässchen. Gleichzeitig ermöglichen wir sinnvolle Verbindungen, die Wohnungen können z.B. auch über den Eingang Ulrichsplatz erreicht werden, die Bischofswohnung hat ohne Überschneidungen der öffentlichen und privaten Erschließungsbereiche unmittelbaren Anschluss an den Bürobereich. Barrierefreiheit in allen Bereichen garantiert!

Die Fassaden folgen dem vorgefundenen Maßstab und Gestaltungsprinzip. Sockelzone, Obergeschosse mit Lochfenstern, Dachzone.

Die Sockelzone planen wir zum Ulrichsplatz als Arkaden, so gelingt die neue Bauflucht im Süden und ein angemessen großzügiger Vorbereich am Hauszugang. Die Obergeschosse gliedern wir mit klar geordneten Lochfenstern auf allen drei Gebäudeseiten. Die Dachzone interpretieren wir neu. Die Höhe der steil geneigten Dächer in der Nachbarschaft greifen wir auf und entwickeln daraus zwei leichte Aufsatzgeschosse, umhüllt mit einem beweglichen Metallgeflecht, abgerückt von der nördlichen Nachbarbebauung. Damit erreichen wir eine zusammenhängend wahrnehmbare Fläche, vergleichbar einer traditionellen Dachfläche, gleichzeitig aber eine rhythmisierendes Spiel in der Fassade, die Interpretation einer Gaubenstruktur.

Durch die Baumassenkonzentration schaffen wir einen angemessen großen Gemeindegarten mit zwei Stadtbäumen, der durch seinen separaten Zugang vom Ulrichsplatz und die Terrassenfläche mit Pergola auch im Freibereich eine hohe Qualität für die Ulrichsgemeinde und die Wohnungen garantiert.

Das Gebäude ist kompakt, die Grundrisse funktional, die Konstruktion einfach, die Materialien robust, das A/V-Verhältnis optimal, die Fassadenausrichtung und Besonnung ungestört, alles verlässliche Parameter für hohe Wirtschaftlichkeit in Herstellung, Betrieb und Unterhalt, ganz nebenbei beste Voraussetzungen für gute Arbeitsverhältnisse und hohem Wohnwert.



Daten:

Auslober:
Evangelisch-Lutherische Gesamtkirchengemeinde Augsburg
 Vertreten durch Stadtdekanin Susanne Kasch
 Hooverstraße 3, 86156 Augsburg
 in Zusammenarbeit mit der
 Abteilung Gemeinden und Kirchensteuern
 und Abteilung Finanzen der
 Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayern
Wettbewerbsart:Nichtoffener Einladungswettbewerb nach RPW 2008
Jahr:2011
Team:Peter Fink
 Klaus Abele
 Claudia Habrik
 Daniele Ricci
Objektadresse:Ulrichsplatz 17
 Augsburg