Neues Rathaus, Altbach

Klare Kante

 

Rathausneubau und historischer Bestand müssen sich gegenüber stehen, die Eingänge müssen im Dialog stehen, so unsere Überzeugung!

Dazwischen den neue Rathausplatz zu schaffen, als Auftakt zum Stadtkern, als Entschleunigung, als Verbindung der beiden Straßenseiten, so unser Ziel. In dieser Konsequenz formulieren wir anstelle des 70‘er Jahre Rathaus-Erweiterrungsbaus eine klare Platz- und Raumkante in der Gebäudeflucht des historischen Bestands und in letzter Konsequenz am Platzrand in der Flucht dessen Vorbaus. Die zweigeschossige Traufhöhe des Bestands aufgenommen und am Ende um ein Geschoss überhöht. Das neue Rathaus gegenüber - zurückversetzt, dem Verlauf der Seitenstraße folgend verdreht - definiert hier dreigeschossig die Raumkante des neuen Platzes.

Mit den symmetrischen Baumpaaren vor dem ehemaligen Jagdtschloss Hohengehren betonen wir den historischen Bestand und wiederholen das Baumpaar in gleicher Reihe am Platzrand, dazwischen eine Bank. Gegenüber zwei Solitärbäume, darunter Rathausbank und ein Wasserspiel am Ende der vorgefundenen, konsequent fortgeführten Wasserrinne. Eine Reihe kleinerer Stadtbäume filtert die bestehenden Nachbarfassaden zum Rathausplatz und begleitet den Fahrbereich.

Das neue Rathaus öffnet sich zum Platz, unter einem umgreifenden, schützenden Vordach positionieren wir den Haupteingang und das Bürgerbüro, öffentlich, transparent, bürgernah. Optimal in die Erdgeschoss-Grundrissstruktur integriert bilden Sitzungssaal und Multifunktionsraum eine auch extern nutzbare, autarke Einheit mit eigenem Foyer, WC-Anlage und separatem Eingang, ein hoher funktionaler Mehrwert wie wir meinen. Die Entfluchtung dieser Versammlungsstätte ist durch seine Erdgeschosslage denkbar einfach und sicher. Ein zusätzliches Fluchtwegtreppenhaus gewährleistet den zweiten baulichen Rettungsweg für alle Bereiche.

Darüber ordnen wir die einzelnen Ämter sinnvoll zusammenhängend in zwei Obergeschossen, Bürgermeisteramt in der Ecke zum Platz. Alle Einzelbüros konsequent Ost- und Westorientiert, dazwischen die Nebenräume mit WC-Anlagen. Jedem Amt sind großzügige, gut belichtete Warte- und Aufenthaltsbereiche zugeordnet, die Foyerzone Erdgeschoss weitet sich räumlich über einen Luftraum ins Obergeschoss.

Im Untergeschoss siedeln Archiv, Lager, Technik und Nebenräume und die Tiefgarage mit 23 Kfz-Stellplätzen, die bei Bedarf um 8 Plätze erweiterbar ist. Oberirdisch stehen ergänzend drei Kurzzeitparkplätze und ein Behindertenparkplatz zur Verfügung.

Das Wohn- und Geschäftshaus schließt mit einer kleinen Gasse zum Hof auf der Gebäudeflucht des Rathauses an. Ein Laden im Erdgeschoss, Büro – auch teilbar möglich – im Obergeschoss und zwei Maisonette-Wohnungen – alternativ Büros – im zweiten Obergeschoss und Dach. Abstellräume und 5 Tiefgaragenstellplätze im Untergeschoss, gemeinsame Rampe, dennoch eigenständig, im zweiten Bauabschnitt realisierbar. 5 zusätzliche oberirdische Kurzzeitparkplätze im Hof!

Die Gebäude fügen sich durch ihre geneigten Dächer ganz unprätentiös in ihre Umgebung ein, im Wechsel aus II- und III-Geschossigkeit reagiert die Neubebauung auf die vorgefundene Körnung und Maßstab. Lochfassaden sind unseres Erachtens obligatorisch, feine Metalllaibungen mit Schattenfuge unterstreichen die Wertigkeit und Präzision im Detail, Ziegel garantiert die erforderliche Robustheit.


Daten:

Auslober:Gemeinde Altbach
Wettbewerbsart:nicht offener Planungswettbewerb
Jahr:2014
Team:Peter Fink
 Philipp Fink
Objektadresse: Esslingerstraße
 73776 Altbach