Verwaltungsgebäude für die Stadt Ravensburg

die standortprägende symbiose aus bestandsgebäude seestraße 7 und bestehender, mächtiger linde muss ungestört erhalten bleiben, so unsere überzeugung!

den dialog der beiden räumlichen dominanten wollen wir stärken, so unser ziel. das gebäude seestraße 7 machen wir zum wahrnehmbaren kopf des neuen gebäudeensembles. der neubau weicht zurück und erhält so die angenehm abwechslungsreiche raumabfolge aus straßenbegleitenden und zurückgesetzten bauten. mehr noch, unser neubau verbindet sich mit dem altbau und dem baum zu einem erlebbaren stadtraum der gleichzeitig maßstäbliche und repräsentative vorzone zum neuen verwaltungsgebäude wird, hohe aufenthaltsqualität garantiert. ganz nebenbei bildet er den städtebaulich dringend notwenigen filter zum parkdeck auf ganzer länge.

den neubau konzipieren wir mit maximaler räumlicher flexibilität. nicht ausschließlich die heute geforderte raumabfolge leitet unser konzept – der nachweis des geforderten grundrisses ist selbstverständlich voll erbracht - vielmehr bieten wir eine zukunftsorientierte grundrissflexibilität, die die  wandelnden ansprüche einer verwaltung ämterübergreifend räumlich umsetzbar macht. die gewählte gebäudetiefe in verbindung mit den angebotenen zusammenhängenden flächen auf nur drei geschossen – also weit unter der firsthöhe des bestands – und das geplante achsraster garantiert diese erforderliche flexibilität! das treppenhaus mit dem aufzug positionieren wir konsequent direkt an der schnittstelle alt und neu, so dass eine große, ungestörte besiedelungsfläche für alle denkbaren raumszenarien entsteht. eine fuge zwischen den bauteilen garantiert den erforderlichen abstand zu bestehenden gesimsen und dachvorsprüngen. im erdgeschoss signalisiert die weite gedeckte vorzone willkommen und bildet den räumlichen abschluss zum neuen stadtplatz, auch bietet sie geschützten platz für die fahrräder. gleichzeitig garantiert der gebäudequerschnitt den realistischen erhalt der linde während und über die bauzeit hinaus. im süden nehmen wir die gebäudeflucht des gegenüberliegenden, westlichen nachbargebäudes auf und finden so eine räumliche verbindung zum gegenüber.

das statische konzept entwickeln wir aus dem anspruch der maximalen grundrissflexibilität, konsequent stützenfrei im inneren spannen sich in den obergeschossen spannbetonhohldecken über die gesamte gebäudebreite und lagern auf schlanken stahlbetonfertigteilstützen in jeder achse. die decke über eg ist als ortbetondecke konzipiert.

für das gebäude ist eine bivalente wärmeerzeugungsanlage vorgesehen. 50% der gebäudeheizlast werden hierbei über eine sole/wasser-wärmepumpe abgedeckt, wodurch ein hoher deckungsanteil am jahres-gesamtenergiebedarfs und eine hohe nutzung an regenerativer energie erzielt werden können. als wärmequelle wird eine geothermie-anlage in form von bohrungen bis ca. 100 m tiefe ausgebildet. für spitzenlasten wird die wärmepumpe durch eine gasbrennwertkesselanlage im bestandsgebäude ergänzt. der pufferspeicher ist im erdreich außerhalb des gebäudes vorgesehen. um eine energieeffiziente betriebsweise der wärmepumpe zu erzielen, erfolgt in den bürobereichen die wärmeübergabe auf möglichst niedrigem temperaturniveau über eine bauteilaktivierung der decken (grundlast). als flexible heizung und zur abdeckung der spitzenlast sind dezentrale lüftungsgeräte mit wärmerückgewinnung sowie den funktionen heizen und kühlen vorgesehen. in einzelnen fällen auch statische heizflächen. die raumtemperaturregelung erfolgt über integrierte regeleinheiten in den geräten. mit der bauteilaktivierung ist die sommerliche grundkühlung möglich, so dass über die anlagentechnik der sommerliche wärmeschutz unterstützt werden kann. innenliegende räume und öffentlicher flur erhalten zur abdeckung der grundlast statische heizflächen bzw. fußbodenheizung. für die büro- und besprechungsräume ist eine mechanische be- und entlüftung mit wärmerückgewinnung durch die dezentralen lüftungsgeräte gewährleistet. der einbau der einzelnen geräte erfolgt in der fassade. die wc-bereiche sowie die innenliegenden funktionsräume und flure werden über luftrohre-/-kanäle versorgt und mechanisch be- und entlüftet. die warmwasserbereitung für ausgewählte verbraucher erfolgt dezentral über kleindurchlauferhitzer um speicherverluste zu reduzieren. für die regelung und steuerung der haustechnischen anlagen ist ein ddc-system auf mikroprozessorbasis eingeplant.



Daten:

Auslober:Stadt Ravensburg
 Marienplatz 26
 88212 Ravensburg
Wettbewerbsart:nicht offener Realisierungswettbewerb
Jahr:2014
Team:Peter Fink
 Niklas Mühlich
Objektadresse: Seestraße, Rudolfstraße
 88214 Ravensburg