Neubebauung Rathausareal, Markdorf

Das bestehende Rathaus freigestellt, das ergänzend neue Rathaus mit den beiden Wohn- und Geschäftshäusern entlang der Ravensburger Straße in einer Reihe, der Hexenplatz mit Ratsgarten - offen in alle Richtungen – dazwischen, ein neuer stadträumlicher Maßstab mit hoher Aufenthaltsqualität in der Mitte von Markdorf, vielfältige Wege- und Blickbeziehungen über die drei Stadtebenen hinweg garantiert!

Nicht die östliche Gebäudekante des bestehenden Rathauses definiert den baulichen Auftakt an der Ravensburger Straße – mehr oder weniger zufällig - das Garagenbauwerk ist auch mit noch so üppigen Überpflanzungen nicht zu verniedlichen,  es bleibt eine wahrnehmbare Gebäudekante. Konsequent spannt sich die viergeschossige Überbauung über das gesamte Baufeld und schafft mit einem schlanken Kopfbau im Osten eine klare Raumkante. Eine einheitliche Fassadenstruktur, spielerisch differenziert bindet alle Nutzungen zu einem erkennbar Gesamten zusammen und erzeugt so auch eine wertige Einbindung der Parkebenen, die Garage wird ganz selbstverständlich Teil des Ganzen. Die Fassade mit ihren schlanken Betonstelen erzeugt die gewünschte Verbindung zu den umgebenden klassischen Lochfassaden, wird aber gleichzeitig dem Anspruch eines flexiblen Verwaltungsgebäudes und des erkennbar Neuen mit hoher eigenständiger Identität gerecht. Die Bestandsfassade überarbeiten wir zurückhaltend, raumhohe Fenster und eine einheitliche Putzoberfläche prägen das neue Erscheinungsbild im Dialog mit dem Neubauensemble.

Die bislang vernachlässigte Ebene Schloßweg rücken wir in den Mittelpunkt. Im Zentrum steht der neue „Hexenplatz“, barrierefrei erreichbar von allen Seiten mit dem angeschlossenen Ratsgarten. Ein hochwertiger Stadtraum, durchgängig öffentlich begehbar, benutzbar, erlebbar, ein neuer Stadtraum für Markdorf’s Bürgerschaft und zusammen mit dem zukünftig autofreien Markt- und Kirchplatz eine Abfolge von neuen Treff- und Aufenthaltsorten unterschiedlicher Dimension und Ausprägung an zentraler Stelle. Hier fällt es leicht die gewünschte Belebung des öffentlichen Raums zu fantasieren, Cafe mit Außenbewirtschaftung, Rathauseingang mit Ratssaal auf Platzebene und der Ratsgarten werden neuer Anziehungspunkt.

Alles verbunden mit einem differenzierten Wegenetz. Westlich vom bestehenden Rathaus verbindet eine großzügige Stufenanlage mit eingeschnittener Rampe den Marktplatz mit dem Hexenplatz, prominent, barrierefrei und mit Blick über die Dächer von Markdorf. In deren Verlängerung schafft eine ebenso prominente, breite Treppe mit Zwischenpodest die Verbindung vom Hexenplatz zur Ravensburger Straße. Ein öffentlich zugänglicher Aufzug bietet hierzu die unmittelbare Barrierefreiheit. Darüber hinaus bieten wir zwischen diesen beiden Niveaus einen stufenlosen Erlebnisweg über den Ratsgarten an. Eine Rampe hinter der Stelenfassade entlang dem Gehweg der Ravensburger Straße, eine geneigte Ebene mit Rasenfeld und eine weiterführende Rampe inmitten von Blüh- und Duftstauden führt den Fußgänger ohne Barriere zum Hexenplatz. Auf den zusätzlich angebotenen Aufzug könnte demnach auch verzichtet werden. Nicht zuletzt bieten wir auch im Osten eine Wegeverbindung über eine Treppe von der Ravensburger Straße zum Ratsgarten und zwischen den Gebäuden Weinsteig 4 und 6 weiterführend zum Weinsteig an, zusammen mit der Treppe zwischen Rathaus und Weinsteig 2 auch eine hohe Durchlässigkeit Nord-Süd.

Die Garage ist exakt an der vorgegebenen Stelle nach Verkehrsgutachten von der Ravensburger Straße aus erschlossen, sie kann optional ohne Weiteres über eine Rampe auch direkt vom Weinsteig aus angefahren werden.

Das Rathaus bietet hohe Grundrissflexibilität, so können einzelne Ämter auch wahlweise an anderer Stelle positioniert werden. Den Ratssaal positionieren wir bürgernah im Neubau auf der Ebene Hexenplatz, Aus- und Einblicke zur Ravensburger Straße und Ratsgarten garantiert. Die Anbindung vom Rathaushaupteingang am Marktplatz erfolgt im Erdgeschoss Altbau über einen Glassteg zur Galerieebene Saal.

Die Konstruktion und das Materialkonzept ist klar, wirtschaftliche Massivbauweise, außen raumhohe Fensterkonstruktion mit vorgelagerten, schlanken Betonstelen, innen schallabsorbierende Systemtrennwände mit Oberlichtverglasungen und abgehängte Akustikdecken mit integrierter Beleuchtung, funktional, unaufgeregt, mehr muss nicht sein!