Neubau Fachhochschule, Neu-Ulm

Nachhaltige Entwicklungsmöglichkeit und naturräumliches Umfeld als prägendes Leitbild

Der Hochschulcampus als zukunftorientiertes Gesamtensemble

Das vorgefundene orthogonale Raster fortführend entsteht eine bauliche Gesamtstruktur in deren Zielvorstellung eine attraktive, langfristige und nachhaltige Entwicklung des Hochschulcampus im Vordergrund steht. Kein eitler Solitär, vielmehr eine sensible Auseinandersetzung mit dem Vorgefundenen leitet diese Haltung. Anlauf- und Nahtstelle nicht nur für dort Studierende, sondern auch für die Bürger vor Ort und der gesamten Stadt sein zu wollen führt zu der strukturell provozierten Offenheit. Mehrere Gebäudebausteine ordnen hier auf dem verbindenden Landschaftsband auf unspektakuläre Weise die funktionalen und städtebaulichen Ziele.
Raumbildende, viergeschossige Gebäudekante am Stadtteilentree.
Öffentliche Erschließungs- und Aufenthaltszone entlang der John- F.- Kennedy-Straße mit öffentlichen Hochschulnutzungen.
Mensa als Sonderbaustein des zentralen Grünzuges.
Fortführung des zentralen Grünzuges und des Louis-Armstrong-Weges.
Integration des bestehenden Wasserturms.
Sinnvolle Bauabschnittsbildung mit jeweiliger Erweiterungsmöglichkeit.
Parkierungen an den westlichen und östlichen Rändern.
 
Vernetzung von Architektur und Freiraumgestaltung

Gerade dieser Vernetzungswunsch ist prägend: Der zentrale Grünzug der städtebaulichen Gesamtplanung Wiley wird wichtiger Teil des Konzeptes. Nicht trennend, sondern verbindend bildet er den neuen Mittelpunkt. Die hier eingestellte Mensa unterstreicht diese Absicht baulich und wird somit öffentlicher Teil des großzügigen Quartiersgrüns. Gleichzeitig bildet dieses Gebäude die konsequente Fortführung der im südlichen Grünzug eingestellten Sondernutzungen.
 
Die drei Bausteine des ersten Realisierungsabschnittes
 
Drei Häuser für Bibliothek / Verwaltung, Lehre und Mensa bilden das Gebäudeensemble des ersten Abschnittes. Die Zugänge erfolgen jeweils von dem das Hochschulgelände verbindende Erschließungs- und Aufenthaltsband.

Bibliothek / Verwaltung

Den städtebaulichen Auftakt am nördlichen Eingang des jungen Stadtteils bildet der viergeschossige Bibliotheks- und Verwaltungsbau, der neben dem Quartiersauftakt auch Hochschulauftakt bildet und somit seine städtische Haltung unterstreicht. Die nördlich anschließende KFZ-Parkierungsfläche rückt dadurch entlang der Wileystraße auf einfache Weise in den Hintergrund.
Bibliothek in der Basis, Verwaltung darüber, beides erschlossen von einer gemeinsamen Halle zum Campus, in der auch eine Verbindung zur Lehre angeboten ist. Die Bibliothek signalisiert bereits auf der Straßenseite durch ihre Transparenz das Bildungsangebot am Quartierszugang.
 
Lehre
 
Das um ein Stockwerk niedrigere Haus der Lehre begrenzt dreiseitig:
den Campus im Süden, die Parkplätze im Westen, den zentralen Grünzug im Osten. Gleichzeitig gelingt eine Verzahnung mit dem nördlichen Freibereich und somit mit dem zukünftigen Landesgartenschaugelände.
Die Grundrissstruktur ist klar:
Zentrale Halle als Ort für Kommunikation, Ausstellung und Präsentation im Gebäudemittelpunkt mit Bezug zu den beiden Höfen geschlossen und offen.
Hörsaal- und Seminarraumpool dreiseitig mit Außenorientierung im östlichen Gebäudeteil.
Sämtliche Fachbereichsräume im westlichen Gebäudeteil.
 
Mensa

Die Mensa bildet - der Öffentlichkeit zugewandt - den Mittelpunkt, als zentraler Baustein im Campus, ebenso wie im Grünzug. Der transparente Speisesaal mit Cafeteria der Landschaft zugewandt, die Funktions- und Nebenräume im Rücken.
Distanz zur Lehre an attraktivster Stelle lässt eine rege Nutzung erwarten und fördert die Vernetzung der Hochschule mit dem Stadtteil Wiley.

Bauliche Entwicklung

Problemlos lässt sich der erste Realisierungsabschnitt erweitern: an der nördlichen Stirn des westlichen Gebäudeteils Lehre verlängert sich der Bauteil um die nach Flächenbedarf notwendige Länge.
Der zukünftige zweite Bauabschnitt im östlichen Grundstückteil kann in Rücksicht auf den dort befindlichen Gebäudebestand ebenfalls phasenweise umgesetzt werden und flexibilisiert so die Entwicklungsmöglichkeit der Hochschule.


Daten:

Auslober: Freistaat Bayern 
Wettbewerbsart:Begrenzt offener Realisierungswettbewerb 
 mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren 
Jahr: 2004 
Team: Peter Fink 
 Claudia Habrik 
Objektadresse: Wileystraße 
 89231 Neu-Ulm