Fassaden des Hauses der Museumsgesellschaft, Ulm

Klarer Auftritt – Ein Format
 
Fassade Neue Straße - Süd:
Als nördliche Begrenzung des Hans Und Sophie Scholl Platzes schlagen wir eine glatt verputzte Fassade, geteilt in zwei gleichwertige Giebelformen, gegliedert in drei Horizontalzonen vor:
Basis:
Fassaden- also putzbündige Stützen - eingeschossig - den Anforderungen der mechanischen Belastung im Sadtbereich gewachsen tragen den neuen, über die Bestandsflucht ragenden, Gebäudeteil.
Die geschosshohe Verglasung, großformatig geteilt und konstruktiv plan minimiert die wahrnehmbare Raumbegrenzung des Erdgeschosses.
Mitte:
Der Fassadenmittelteil also Unterkante Decke über EG bis zur Traufe, zweigeteilt durch ein Putzschattenprofil wird durch je 12 gleiche Fenster über vier Geschosse gegliedert. Die Platzierung dieser Öffnungen reagiert durch ihre Lage auf die Gebäudestellung am Eck, die Teilung und Detailausbildung der Fenster unterstützt diese Absicht.
Form und Material integrieren das Gebäude in die Reihe der vorhandenen Randbebauung Neue Straße, Proportion und Gestalt heben es als Teil des neuen Platzes hervor.

On Top:
Das Steildach zeigt sich im Doppelgiebel als fensterlose Putzfläche, den Abschluss am Ortgang erfährt diese durch den feinen Strich der eingeputzten Dachziegel.
Die geplante Dachterrasse im fünften Obergeschoss bleibt im Hintergrund, dreiseitig verglast gewährleistet sie die Belichtung dahinter liegender Nutzungen.
Die vorgesehene Dachverglasung in Gebäudemitte integrieren wir zurückhaltend als flach geneigte Verglasung mit horizontaler Attika.
 
Fassade Kramgasse – West:
Die Fassade entlang der Kramgasse folgt den beschriebenen Gestaltungszielen:
Hauptbaukörper:
Der Bedeutung der Gebäudeeckstellung folgend platzieren wir zur Neuen Straße ein Fenster gleichen Formates. In der Dachfläche lassen sich bei Bedarf notwendige Verglasungen in Einzelformaten flächig integrieren.
Ehemaliger Giebel Bestandsgebäude:
Den vorspringenden, leicht schräg geschnittenen Bestandsgebäudeteil integrieren wir mit gleicher Höhenentwicklung und gleichem Fensterformat. Die schmale Terrasse vor dem Saal im vierten Obergeschoss erhält eine nach oben offene räumliche Fassung, die Rundstützen im Erdgeschoss sind kantig verkleidet.
Zwischenbau / Treppenhaus:
Am Übergang zum Bestandsgebäude in der Kramgasse bieten wir zwei Varianten.
Variante a:
Verglaste Gebäudefuge mit Glasfassade und Dachverglasung bis zum First. Dahinter bilden wir eine kleine Dachterrasse mit integrierter Aufzugsüberfahrt aus. Der Austritt im fünften Obergeschoss liegt leicht zurückversetzt.
Diese Variante wird durch einfaches Drehen der geplanten Treppenlaufrichtung möglich, die Dachverglasung folgt der Bestandsdachneigung.
Variante b:
Der Fassadengliederung des Hauptgebäudes folgend planen wir eine verputze Lochfassade in den geschossen eins bis vier, das erdgeschoss ist verglast. die derzeit geplante, große Dachterrasse verschwindet hinter der aufgehenden Putzfläche, die Attikahöhe entspricht der Traufhöhe des Hauptgebäudes. Ein Übereckfenster gleichen Formates im vierten Obergeschoss reagiert auf die angrenzende geneigte Dachfläche des Bestandsgebäudes.

Fassade Richtung Münster – Nord:
Hauptgebäude und flächig integrierten, vorspringenden Bestandsgebäudeteil trennen wir mit einer Putzschattenfuge. Die Platzierung des einheitlichen Fensterformates mit gewählter Teilung unterstreicht diese Haltung - verbindet durch bauteilüberlagerndes Format, trennt durch Fensterflügellage.
Die Fassade zum Hof und die zum Hof gewandte Treppenhausfassade statten wir ebenfalls mit dem gewählten, einheitlichen Fensterformat aus.
Das angebotene Vordach am Zugang spannt zurückversetzt zwischen den massiven Gebäudeteilen im Hof.


Daten:

Auslober:Baubetreuung Lange, Ulm 
 Museumsgesellschaft, Ulm 
Wettbewerbsart:Plangutachten 
Jahr: 2005 
Team: Peter Fink 
 Klaus Abele 
Objektadresse:Neue Straße 85 
 89073 Ulm