Barrierefreie Wohnungen in Biberach

Der Ort
Das neue Gebäudeensemble am Quartierseingang übernimmt Signalwirkung, eigenständig und in seinem Volumina gleichberechtigt der bestehenden Bebauung versucht es keine Verniedlichung am Gebietsrand, trägt vielmehr den vorgefundenen Maßstab in die erste Reihe und stabilisiert so die östliche Raumkante. Dadurch gewinnt diese wichtige Raumkante an städtebaulicher Bedeutung, die durch gereihte Garagen und zweigeschossiges Abtauchen verloren zu gehen droht.
Die beiden Baukörper bilden aber auch in ihrem Inneren Raum, ein attraktiver baumbestandener Wohnhof auf dem oberen Niveau des Hans-Felber-Weg mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Erschließungszonen vernetzen das Ensemble auf unverwechselbare Art mit der vorgefundenen Quartiersstruktur, negieren diese also nicht, sondern entwickeln aus dieser ihre Bedeutung.
Den von Westen kommenden Wohnweg nehmen wir als Blickachse zum Hof auf und positionieren hier den Hauptzugang.
Unter Berücksichtigung der Geländesituation nutzen wir die "Hangkante" zur gebäudeverbindenden Unterbauung mit Kfz-Stellplätzen. Die Zufahrt erfolgt neben weiteren Stellplätzen im Freien unmittelbar am Beginn des Hans-Felber-Weg und sichert damit die hohe Aufenthaltsqualität des Wohnhofes.
Das Haus
Zwei dreigeschossige Gebäude mit schlankem Grundriss bieten in allen Wohnungen sämtlichen Aufenthaltsräumen eine lärmabgewandte Süd-West-Orientierung mit großzügig vorgelagertem Freibereich. Im Erdgeschoss erweitert sich dieser je in eine privat mitgenutzte Gartenfläche.
Im Norden bilden zwei familiengerechte Maisonettewohnungen den Gebäudekopf in dem auch der Aufzug installiert ist, der alle Ebenen inklusive Tiefgarage barrierefrei erschließt. Sämtliche Wohnungen sind barrierefrei nach DIN 18025,Teil 2.
Der Gruppenraum ermöglicht in allen Wohnungen das "Durchwohnen", so dass hier die Qualitäten beider Richtungen, also gemeinsamer Innenhof und Außenbezug erlebbar werden.
Ein offenes und großzügiges Erschließungssystem unterstreicht diese Haltung.
Zurückgesetzte Eingangsnischen zonieren hier zusammen mit den Übereckverglasungen der Küchen schwellenlose Wohnungszugänge.
Im Untergeschoss der Häuser befinden sich selbstverständlich ebenfalls barrierefrei erreichbar die Abstellräume mit Trockenraum und die gemeinschaftlichen, zum Garageneingang orientierte Räume für Fahrräder, Müll und Technik.
16 Kfz-Stellplätze verbinden auf einfache und wirtschaftliche Weise die beiden Häuser. Zusammen mit den 8 Stellplätzen im Gelände stehen insgesamt 24 Stellplätze zur Verfügung.
Der Hof
Der gemeinsame Wohnhof der sowohl der Erschließung als auch dem Aufenthalt dient, somit also das Herz der Wohnanlage darstellt erfüllt mit maßstäblicher Durchwegung, Freiflächen- und Platzgestaltung mit Hausbaum die wichtige Rolle der Identitätsstiftung für alle Bewohner.


Auszeichnungen:

-Auszeichnung Guter Bauten 2008
 BDA - Bund Deutscher Architekten 
 Landesverband Baden-Württemberg, Kreisgruppe Ulm-Donau-Iller 
-Beispielhaftes Bauen 
 Architektenkammer Baden-Württemberg 
 Landkreis Biberach 2002-2009 


Daten:

Bauherr: Baugenossenschaft Biberach eG
Wohnfläche: 1.263 m² 
Nutzfläche: 838 m² 
Anzahl Wohnungen:16 
Umbauter Raum: 8.160 m³ 
Grundstück: 1.852 m² 
Tragwerk: IB Lieb, Ulm-Gögglingen 
HLS: IB Fangmeyer, Ertingen 
Elektro: IB Puscher, Schelklingen 
Freianlagen: Mühlich, Fink & Partner, Ulm 
Fertigstellung: 2007 
Fotos: Martin Duckek, Ulm
Team: Peter Fink 
 Günter Perl 
 Birgit Kroner
Objektadresse: Hans-Felber-Weg 2-4
 88400 Biberach